Archive for ‘ März, 2009

Aspekt-Datenbank

Tschechisch ist schwer – das weiß jedes Kind. Besonders an der richtigen Aspektverwendung beißt sich jeder Tschechischlerner die Zähne aus. Die Aspektthematik ist dermaßen komplex, dass ihre Phänomene bis jetzt nur annähernd beschrieben werden konnten. Kein Grammatikbuch und auch nicht der erfahrenste Tschechischlehrer kann den Aspekt (tsch. slovesný vid) in vollem Umfang verständlich darlegen.

DaVid ist eine Aspekt-Datebank tschechischer Verben.  Sie erfasst Verben, die aus einem bestimmten elektronischen Textkorpus extrahiert wurden. Eigenschaften dieser Datenbank:

1. Bei jedem Verb ist sein entsprechender Aspekt angegeben:  dok. (von dokonavý)  für Perfektiv und ned. (von nedokonavý) für Imperfektiv,
2. Bei jedem Verb ist seine Häufigkeit im untersuchten Korpus angegeben.
3. Die Verben kann man alphabetisch durchgehen.
4. Die Verben kann man Frequenz sortiert durchgehen
5. Die Verben kann man Suffix sortiert durchgehen

Präfixe und Suffixe sind wichtige Komponenten bei der Aspektbildung im Tschechischen. In DaVid kann man sich auch zu jedem Verb-Präfix seine Häufigkeit im genannten Korpus anzeigen lassen.

Die Suffix-Datenbank ist besonders interessant. Sie zeigt beim Wechsel des Aspekts die Übergänge von einem Suffix zum anderen. Zum Beispiel wird das Perfektiv-Suffix -dit im Imperfekt zum Suffix -zovat (potvrdit – potvrzovat) . An dieser Stelle ist die Datebank also hilfreich, wenn man zwar das Lexem im seiner perfektiven Form kennt und sogar weiß, dass man in der aktuellen Äußerung eine Imperativform verwenden muss, aber sie nicht kennt.

DaVid - Aspekt-Datenbank mit tschechischen Verben

DaVid - Aspekt-Datenbank mit tschechischen Verben

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Die Eintopf-Lücke

Als lexikalische Lücke bezeichnet man ein Phänomen, bei dem in einer Sprache ein passender Ausdruck für ein Konzept fehlt. Ein häufiger Grund für so ein Phänomen ist, dass ein Konzept kulturell bedingt im Land einfach nicht vorhanden ist.  Ein Beispiel für so eine lexikalische Lücke ist im Tschechischen der gute alte Eintopf. Für ihn gibt es in der tschechischen Sprache keine direkte Übersetzung, sondern nur eine Umschreibung. Diese lautet  jídlo z jednoho hrnce (dt. Essen aus einem Topf). Wie man sieht, trifft diese Umschreibung den Eintopf nicht richtig. Durchgesetzt hat sich in Tschechien daher auch die deutsche Entlehnung eintopf bzw. ajntopf. Mit diesem Wort sind aber nicht die deutschen Eintopf-Varianten mit klarer Brühe abgedeckt. Diese werden in Tschechien als zeleninová polévka (dt. Gemüse-Suppe) bezeichnet,  selbst wenn sie Fleisch beinhalten.

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Deutsche Namen tschechischer Städte

Prag, Pilsen, Karlsbad, Brünn, Olmütz, Eger. Das sind die bekannten deutschen Bezeichnungen für die tschechischen Städte Praha, Plzeň, Karlovy Vary, Brno und Olomouc.  Der eine oder andere wird noch einige mehr kennen. Vojta Hruby hat weitere 397 deutsche Namen für tschechische Städte und Dörfer ausfindig gemacht und sie online gestellt.

In dieser Liste haben wir zum Beispiel auch den heutigen Namen für Hannsdorf finden können:  Hanušovice. Dort sollen die Vorfahren meines Mannes gelebt haben und sie sollen “Göttlicher” geheißen haben. Bevor ich etwas glaube, verifiziere ich es. Ok, Hanušovice Göttlicher gegoogelt. Und wie es der Zufall will, ist der ersteTreffer eine Bachelor-Arbeit über das Pfarramt Hannsdorf von 1672 bis 1951. Darin wird erwähnt, dass zwei Personen – Joseph und Franz mit dem Namen “Göttlicher” im Kirchenbuch registriert sind. Das bestätigt, dass es das gesuchte Hannsdorf ist.

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